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Der Meisterkurs ARS ET LABOR richtet sich an Pianisten, die an einer gründlichen musikalischen Berufsausbildung interessiert sind, sowie allgemein an Musiker und Sänger, welche die Phänomenologie in Korrelation zur Musik, wie sie Sergiu Celibidache entwickelt hat, kennenlernen möchten. Diese bietet ein außerordentliches Mittel, auf daß das einzelne Individuum – unvermeidlich einer Vielfalt ausgesetzt, welche droht, es zu zerdrücken –, die permanenten, nicht interpretierbaren Beziehungen funktionaler Art, erkennen, und damit die Vielfalt zu integrieren und zu transzendieren lerne.

Die in ARS ET LABOR vorgeschlagene musikalische Ausbildung unterscheidet sich von der konventionellen höheren Berufsausbildung durch die streng durchgeführte phänomenologische Haltung im ganzen didaktischen Prozess. Zu dieser gehört die komplete Ausschaltung jeglicher äußerlicher, nicht dem Wesen der Musik immanenten Zielsetzung. Im sich bescheidenden Zurückkommen auf das Handwerk und die "bottega", sei es was die Vorbereitung der angehenden Musiker, sei es was das tiefere und kapillare Eindringen in die aufnehmende Umgebung betrifft, handelt es sich um einen weiteren Versuch, die Bedingungen zu schaffen, damit die Musik, in ihrer Manifestation als Meisterwerk, diejenige Rolle universaler Bereicherung ausüben könne, wegen derer ein jegliches Vermächtnis als solches gilt.

Den Kontaktpunkt zur teilnehmenden Umwelt stellt heute hauptsächlich das, was Konzert genannt wird, dar: der Augenblick, während dessen das Meisterwerk ins Leben zurückkehrt. Die Kunst, Konzerte zu geben will gelernt sein; so die schrittweise Vorbereitung des aspiranten Musikers – mit Uebungen in Konzertform – auf den Moment, in welchem er dasteht, allein mit dem Klang, vor der Notwendigkeit zu erleben, was da entsteht, und es zu überschreiten, mit der Funktion den Anfang im Ende zu finden.

ARS ET LABOR bildet demnach Musiker aus, die nicht nur die persönliche Karriere, sondern auch eine höhere Bewusstheit und maximale berufliche Kompetenz, ins Zentrum der eigenen Interessen setzen, und versteht sich als echte Alternative zum heutigen, einseitig auf Selektionsmechanismus abgestimmten, im kollektiven Ideenbild herrschenden Modell. Die Priorität auf die Entwicklung der individuellen Fähigkeiten in ihrer Einmaligkeit setzend, in Korrelation zum geistigen Vermächtnis der großen Komponisten, bewegt sich ARS ET LABOR in extremer Unabhängigkeit von den gegebenen Fahrweisen. Es wurde eine Strategie erarbeitet, um höchste professionellen Qualität – vom Meisterwerk gefordert – zu entwickeln, gleichzeitig mit der Anpassungsfähigkeit und inneren Freiheit, die es den Absolventen erlauben, sich mit Befriedigung in der Arbeitswelt zurecht zu finden.

Der hohe Wert dieser Arbeit wurde 2004 vom Präsident der italienischen Republik mit einer Medaille ausgezeichnet, eine Anerkennung, welche nur ein elitärer Kreis von kulturellen Institutionen ausweisen kann.
 

 

 
 
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